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Nichtwissen in der Wissensgesellschaft. Eine Herausforderung für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.


01.-02.02.2007 - Beginn: 13:00 Uhr, Expertenworkshop zum Abschluss des Projektes Nichtwissenskulturen, innocube, Besprechungsraum 102
Thematik und Ziele des Workshops

Technologische Umsetzungen wissenschaftlicher Forschung gestalten unseren Alltag radikal um. Der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft mag hier ebenso als Beispiel dienen wie der Siegeszug der Mobilfunktechnologie in den letzten 15 Jahren.

Mit zunehmender Verbreitung neuer Technologien und größerer „Eindringtiefe“ technischer Systeme wächst aber nicht nur das nutzbare Wissen, sondern auch das Nichtwissen über die möglichen Folgen wissenschaftlich-technischer Innovationen für Umwelt, menschliche Gesundheit und soziale Zusammenhänge. Die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure sehen sich da-her immer stärker mit der Erwartung konfrontiert, an-gemessen auf das Unbekannte, Unvorhersehbare zu reagieren. Doch wie lässt sich die paradoxe Forderung einlösen, sich gezielt gegen unbekannte Risiken, also Nichtwissen, zu wappnen?

Werden potenzielle Schäden, die jenseits unseres heutigen Wissens und Vorstellungshorizonts liegen, einfach als irrelevant ausgeblendet, kann dies fatale Folgen haben, wie etwa die Beispiele FCKW, Asbest oder BSE illustrieren. Andererseits kann der Verweis auf unbekannte Risiken in technologiepolitischen Auseinandersetzungen als ein letztlich unwiderlegbares Blockadeargument eingesetzt werden. Jedoch: Muss die Thematisierung des Nichtwissens immer lähmende Wirkungen haben oder kann in unter-schiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern nicht auch produktiv darauf reagiert werden?

Der Workshop, an dem Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil-nehmen, hat zum Ziel, Perspektiven eines tragfähigen und reflektierten Umgangs mit wissenschaftlichem Nichtwissen in der „Wissensgesellschaft“ aufzuzeigen.

Den Hintergrund und Ausgangspunkt bilden dabei die Ergebnisse des vom BMBF geförderten Forschungsvorhabens „Nichtwissenskulturen“ am Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg, das die Rolle und Dynamik von Nichtwissen in wissenschaftlichen Diskussionen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die möglichen Risiken der landwirtschaftlichen Gentechnik und des Mobilfunks untersucht. Geladene Referenten stellen ergänzend theoretisch erarbeitete oder schon verwirklichte Konzepte zum Umgang mit wissenschaftlichem Nichtwissen in den verschiedenen Handlungsfeldern vor.

Programm:

Donnerstag, 1. Februar 2007
13:00 Uhr   J. Soentgen, WZU, Universität Augsburg: Begrüßung und Einführung in die Thematik
13:45 Uhr   I. Rust und K. Kastenhofer, WZU, Universität. Augsburg: Präsentation und Diskussion der Forschungsergebnisse in den Bereichen Grüne Gentechnik und Mobilfunk
15.30 Uhr   Kaffeepause
16:00 Uhr   B. Breckling, Universität Bremen: Gentechnisch veränderte Organismen als Erzeuger vermehrungsfähigen Nichtwissens – Strategien der Risikobewertung und Vorsorge aus ökologischer Sicht
17:00 Uhr   C. A. Dehos, Bundesamt für Strahlenschutz: Umgang mit Nichtwissen aus der Sicht staatlicher Institutionen im Bereich des Mobilfunks
19:00 Uhr   gemeinsames Abendessen

Freitag, 2. Februar 2007

09:00 Uhr   Ch. Then, Greenpeace: Umgang mit wissenschaftlichem Nichtwissen im Bereich der Grünen Gentechnik aus Sicht einer Nichtregierungsorganisation
10:00 Uhr   M. Johanntoberens, Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft: Konzepte zum Umgang mit wissenschaftlichem Nichtwissen in der Versicherungswirtschaft
11:00 Uhr   Kaffeepause
11:15 Uhr   I. Appel, Universität Augsburg: Umgang mit Nichtwissen aus Sicht des Rechts im Vergleich der Bereiche Grüne Gentechnik und Mobilfunk
12:15 Uhr   U. Müller-Herold, M. Scheringer, ETH Zürich: Kurzkommentare der Projektpartner
12:45 Uhr   Abschlussdiskussion
13:15 Uhr   Mittagsimbiss

Meldung vom 05.06.2008