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Wie gehen wir mit Nichtwissen um? Nichtwissenskulturen. Ein neuer Ansatz der Risiko- und Umweltforschung


08.07.2004 - 14:00-15:30 Uhr, Gebäude K, Besprechungsraum

In der Wissenschaftsforschung ebenso wie in der Umwelt- und Risikopolitik wird seit gut 20 Jahren die wachsende theoretische und empirische Bedeutung des Nichtwissens konstatiert. Eine vorsorgeorinetierte Politik kann sich vor diesem Hintergrund nicht im Bearbeiten von wohldefinierbaren Risiken erschöpfen, sondern muss sich mit der Problematik dessen auseinandersetzen, was nicht gewusst und nicht vorhergesehen wird; sie muss fragen, weshalb es nicht gewusst wird und wie unter Bediungen des Nichtwissens gehandelt und entschieden werden soll.

Eine Vielzahl von im nachhinein aufgedeckten, gravierenden Fällen "unerkannten Nichtwissens", sei es bei den ozonzerstörenden FCKW, bei Contergan, Asbest oder der Rinderseuche BSE, verleihen diesen Forderungen ihre empirische Evidenz und politische Bedeutsamkeit. Um neue Wege für den wissenschaftlichen und politischen Umgang mit Nichtwissen aufzuzeigen, sind differenzierende Analysen und Fallstudien möglich.

Anhand zweier ausgewählter aktueller Risikokontroversen werden in dem WZU-Forschungsprojekt "Nichtwissenskulturen" daher Formen, Möglichkeiten und Grenzen des Umgangs mit Nichtwissen im Spannungsfeld zwischen jeweils unterschiedlichen "epistemischen Kulturen" der Wissenschaft einerseits, gesellschaftlichen Problem- und Gestaltungsöffentlichkeiten andererseits untersucht werden.

Mit den Debatten um "grüne" Gentechnik und Mobilfunk wurden dafür zwei Untersuchungsfelder ausgewählt, die zum einen von stark polarisierten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um mögliche, aber gegenwärtig noch unbekannte negative Nebenwirkungen geprägt sind, zum anderen aber bereits ein etabliertes Netz institutionalisierter Regelungen aufweisen. Die beiden Untersuchungsfelder lassen deshalb einen besonderen Ertrag sowohl hinsichtlich der wissenschaftssoziologischen als auch der risikopolitischen Analyse erwarten.

Meldung vom 04.06.2008