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Stoffgeschichten


Das Periodensystem des Alltags: Stoffgeschichten

Es gibt Stoffe, die elementar sind für unsere gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung. Scheinbar banale Substanzen wie Kalk oder revolutionäre Werkstoffe wie Aluminium bestimmen den Stoffwechsel zwischen Menschen und Natur. Den unterschätzten Stoffen, die unser Leben prägen, widmet sich die Reihe „Stoffgeschichten“, die Armin Reller und Jens Soentgen vom Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg in Kooperation mit dem oekom e.V. herausgeben.

„Stoffgeschichten“ erzählt die Biographie von Materialien, die Geschichte geschrieben haben und schreiben. Band für Band entsteht so ein Periodensystem des Alltags, das die Leser und Leserinnen in unbekannte Dimensionen einer bisher scheinbar bekannten Welt entführt.

Flyer Stoffgeschichten (pdf-file)

Ausgewählte Texte aus den Büchern finden Sie auf dem Hochschulschriftenserver OPUS der Universtitätsbibliothek als pdf.


Staub - Spiegel der Umwelt

Cover_StaubStaub ist der Anfang alles Stofflichen – und sein Ende. Deshalb ist Staub auch das Thema des ersten Bandes, der Reihe Stoffgeschichten, die vom WZU herausgegeben wird. Das Buch Staub – Spiegel der Umwelt erschien Anfang 2006 im oekom Verlag, München.

Staub ist lästig. Er ist allgegenwärtig: Noch in den reinsten Reinräumen, deren Luft vielfach gefiltert wird, treibt er sein Unwesen. Staub wird auch als Gefahr wahrgenommen: Mit der Luft atmet man ihn ein und damit all jene mehr oder weniger dubiosen Teilchen, aus denen er zusammengesetzt ist. Doch was sind das für Teilchen? Die moderne Staubforschung zeigt, dass dasjenige, was wir mit dem summarischen Begriff Staub belegen, erstaunlich vielfältig ist. Denn die Partikel, die sich da zusammenfinden, haben manchmal eine lange Reise hinter sich. Neben "Einheimischen" finden sich viele "Zugereiste" aus fernen Ländern. Sandkörner aus der Sahara oder Salzpartikel vom Meer. Sogar "Ausserirdische", kosmische Reisende sind dabei. Staub erweist sich, wenn man ihn näher untersucht, als Spiegel unserer Umwelt. Wie Archäologen aus wenigen Scherben und Splittern ganze Zivilisationen rekonstruieren, so lassen moderne Analytiker mit ihren hochsensiblen Geräten aus einer Fingerkuppe Staub Welten entstehen. Die moderne Staubforschung zeigt den Umweltfaktor Staub in einem neuen Licht. Sie macht auf Gefahren aufmerksam, die von neuen Stäuben ausgehen, zeigt aber auch, dass der Staub nicht nur ein negativer Umweltfaktor ist. Für viele Prozesse, wie etwa den Wasserkreislauf, ist er unerlässlich.

Das Buch versammelt Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen von der Astrophysik bis zur Kriminologie. Es bietet einen Überblick über die aktuelle Staubforschung und beleuchtet die faszinierenden Facetten des Phänomens Staub. Staub - Spiegel der Umwelt erscheint begleitend zu einer Ausstellung am Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg.

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Dieser Titel ist vollständig als pdf auf dem Hochschulschriftenserver OPUS der Universität Augsburg erhältlich.


Kaffee - Geschichte eines weltwirtschaftlichen Stoffes

Cover_Kaffee„Ohne Kaffee könnte ich nicht arbeiten. Ohne Kaffee könnte ich nicht leben“, meinte Honoré de Balzac. Kaffee ist eines der weltweit beliebtesten Getränke – und hat eine kulturelle Strahlkraft wie nur wenige Stoffe. Wie der Wein die Kultur der Antike, so bestimmt der Kaffee das Denken und Fühlen der Neuzeit. Die Kaffeebohne war lange Zeit – nach dem Rohöl – der wichtigste Rohstoff auf dem Weltmarkt und schon immer ein Politikum: Kriege sind um ihn geführt worden, Sklaverei und Zwangsarbeit haben ihn begleitet. Kaffee gilt als früher Kristallisationskeim der Globalisierung. Noch heute hängt das Schicksal von 25 Millionen Kleinbauern von den Preisschwankungen an der Kaffeebörse ab.

In seiner vielgerühmten kulturhistorischen Synthese von 1934 erzählt der Schriftsteller Heinrich Eduard Jacob die Geschichte des Kaffees. Sein Standardwerk ist nun endlich wieder verfügbar. In dieser Neuausgabe wird es ergänzt um ein Essay von Jens Soentgen, der die neuesten Entwicklungen beim Handel und Konsum des Kaffees beschreibt sowie um aufwendig gestaltete Karten, welche die Wege des Kaffees durch Zeit und Raum nachzeichnen.

Heinrich Eduard Jacob (1889–1967) gilt als einer der Begründer des Neuen Sachbuchs. Er war Journalist, Romancier und Verfasser kulturhistorischer Biografien und „Stoffgeschichten“. Das Werk des jüdischen Schriftstellers war zur Zeit des NS-Regimes verboten; er selbst überlebte nur knapp seine Internierung in die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald. Jacob starb 1967 in Salzburg.

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Holz - Ein Naturstoff in der Geschichte

Cover_Holz"Holz ist nur ein einsilbiges Wort, doch dahinter verbirgt sich eine Welt
voller Schönheit und Wunder."
(Theodor Heuss)

"Ötzi" der Mann aus dem Eis, konnte bei seiner Gletscherbesteigung ebenso wenig darauf verzichten wie die Baumeister mittelalterlicher Kathedralen oder die Energieunternehmen unserer Tage: Holz ist als Werk-, Bau- und Brennstoff unentbehrlich.

Der dritte Band der Reihe Stoffgeschichten erzählt Joachim Radkau die wechselvolle Kulturgeschichte des Holzes und gewährt überraschende Einblicke in die Beziehung zwischen dem Naturstoff Holz und seinem Nutznießer Mensch: Angefangen bei den Jägern der Steinzeit bis zur globalisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, in der das Holz eine vielfältige und unerwartete Renaissance erlebt.

Eine Rezension des Buches aus der WELT vom 16.06.2008 finden Sie [hier]
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Aluminium - Metall der Moderne

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"Ein wertvolles Metall, das in jedem Ton, ja in jeder Erdkrume und in jedem Gestein unseres Bodens enthalten ist und dessen Gewinnung und Bearbeitung aber doch der Technik und der Wissenschaft ebenso schwierige wie lohnende Aufgaben stellt."
Max Planck (1858–1947)

Ob als Jeansknopf, Joghurtdeckel oder im Flugzeug: Täglich nutzen wir Aluminium. Der Umgang mit dem Leichtmetall ist uns selbstverständlich, dabei war es einst teurer als Gold. Erst nachdem Aluminium ab Ende des 19. Jahrhunderts großtechnisch hergestellt werden konnte, revolutionierte es das Alltagsleben und beflügelte Technik und Industrie. Seine Erzeugung blieb einer der energieintensivsten Produktionsprozesse – mit gewaltigen sozialen und ökologischen Folgen. Dieses Buch erzählt die Erfolgsgeschichte des Universalwerkstoffs der Moderne – samt seiner Kehrseiten.

Luitgard Marschall, studierte Pharmazie und promovierte im Fach Technikgeschichte über die Geschichte der  Biotechnologie. Als Wissenschaftsjournalistin befasst sie sich mit den Wechselwirkungen zwischen Technik, Umwelt und Gesellschaft.

...Luitgard Marschall erzählt in ihrem lesenswerten Buch "Aluminium - Metall der Moderne" ausführlich den hier nur angedeuteten Stoffkreislauf. Und sachlich, ohne hysterischen Alarmismus, ohne erhobenen Zeigefinger. Die Wissenschaftsjournalistin lässt die Fakten sprechen. ... Nach der Lektüre des Buches dürfte klar sein: Das silberne Metall geht uns alle an. (Süddeutsche Zeitung, 06.03.09)

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CO2 - Lebenselexier und Klimakiller 

Cover-CO2

CO2 – in dieser Formel verdichtet sich derzeit alles Unbehagen über unsere Industriegesellschaft. Die Biographie des CO2 in den Massenmedien treibt seltsame Blüten – bei manchen hinterläßt sie den Eindruck, CO2 sei ein Gift, das von der Industrie hergestellt wird. Deshalb verzichten Getränkehersteller systematisch auf die Bezeichnung, und nennen den Zusatz, der Champagner, Prosecco, Cola, Fanta und Mineralwasser aufwertet und sie zudem haltbarer macht, vorsichtshalber nur Kohlensäure.

Wer aber CO2 nur als Klimakiller oder Klimagift fürchtet, der hat keine Chance, vernünftige Lösungen für unsere  Probleme mit diesem Stoff zu finden. Und Lösungen müssen wir finden. Die Suche nach Ihnen wird aber nicht durch eine CO2-Phobie gefördert, sondern ganz im Gegenteil durch ein genaues Verständnis dieses Stoffes und seiner Bedeutung im großen Zusammenhang der Natur und des Klimas. Deshalb erzählt der fünfte Band der Reihe Stoffgeschichten die Geschichte des CO2.

Jens Soentgen, promovierter Philosoph, ist wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftszentrums der Universität  Augsburg.

Eine Rezension des Buches in Spiegel Online vom 23.09.2009 finden Sie [hier].
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Dreck - Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert

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„Nach der Lektüre des gut lesbaren Buches ist klar: Boden ist eine wertvolle Ressource und auf lange Sicht wertvoller als Öl.“
berlinerliteraturkritik.de

Wir treten ihn, kehren ihn als Schmutz aus dem Haus und nennen ihn abwertend »Dreck«: den Boden unter unseren Füßen. Dabei muss die dünne Haut der Erde alle menschlichen Zivilisationen tragen – und ernähren. Sie ist die Grundlage allen Lebens, Aufstieg und Niedergang menschlicher Kulturen hängen daran: Von Anbeginn seiner Geschichte hat der Mensch den Boden genutzt und gebraucht, aber auch zerstört und verwüstet – ob in Europa, in den USA oder in Amazonien. Heute gehen Jahr für Jahr Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens unwiederbringlich verloren.
Dreck geht diesem Aderlass auf den Grund. Die brillante Synthese aus Archäologie, Geschichte und Geologie beschreibt den menschlichen Umgang mit dem fruchtbaren Dreck vom alten Zweistromland bis zur Gegenwart – und sie präsentiert Alternativen für einen nachhaltigen Umgang mit dem Stoff, der unser aller Überleben sichert. Eine faszinierende Reise durch die Kulturgeschichte der Menschheit.

  • Leseprobe [pdf]
  • Buchkritik im Deutschlandradio [mp3]
  • Ausführliche Rezension aus der Frankfurter Allgemeinen [Link]

Kakao - Speise der Götter

"O, süßer Trunk, Geschenk der Sterne.
Du kannst nur ein Trank der Götter sein."
(Farronius, spanischer Jesuit, 1664)

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Was lange Zeit adligen Kakao-Liebhabern wie Ludwig XIV. oder Goethe vorbehalten war, ist heute für breite Bevölkerungskreise zum täglichen Konsumgut geworden. Dabei hat der Stoff »Kakao« nichts von seiner Faszination eingebüßt; er ist ein Wonnestoff geblieben, der Kinder- wie Erwachsenenherzen höher schlagen lässt. Doch bis die Kakaobohne aus dem Regenwald uns in veredelter Form das Leben versüßt, hat sie einen weiten Weg hinter sich. Das Buch zeichnet diese Reise nach und illustriert die Metamorphosen des Kakaos mit einer Fülle exzellenter Bilder und historischer Darstellungen. Erzählt wird die bittersüße Geschichte des Kakaos – von den Ursprüngen seiner Kultivierung bei den Maya und Azteken bis hin zu den Chocolaterien der Moderne. Eine faszinierende Kulturgeschichte über einen der spannendsten (und leckersten) Stoffe der Weltwirtschaft.

Andrea Durry studierte Soziologie, Afrikanistik und Völkerkunde und arbeitet als Kuratorin für das Schokoladenmuseum Köln.

Thomas Schiffer ist Historiker, arbeitet als freier Ausstellungsmacher und Museumspädagoge und war mehrere Jahre im Schokoladenmuseum Köln tätig.

 

 


 

Milch - Vom Mythos zur Massenware

"Fairness, Vielfalt und Qualität –
das sind die Aspekte, die eine zukunftsfähige Milch erfüllen sollte."
(Andrea Fink-Keßler)

cover_milch

"Milch – Vom Mythos zur Massenware" ist der achte Band der Reihe.
"Die Milch machts!" – sagt die Werbung. Aber was macht die Milch eigentlich? Wer macht sie? Beim Milchmachen entstehen nicht nur Milch, Molke, Butter und Käse, sondern auch Landschaften, Lebensformen, Wirtschaftsimperien. Selbst das Klima wird vom Milchmachen beeinflusst.  Diese Hintergründe bleiben meist undurchsichtig wie ein Milchglas. Das vermeintlich natürliche, unschuldig weiße Getränk hat es in sich. Debatten über das Klima, über Tierschutz, über Landschaft, Heimat und über Gesundheit kreuzen sich in der Milch und schlagen Wellen, schaukeln sich hoch. Dieses Buch erzählt die Geschichte der Milch – von ihren Anfängen, als die Herauslösung aus dem Naturzusammenhang und aus einer religiös gebundenen Wirtschaftsweise im Mittelpunkt stand, bis zur Moderne, in deren Verlauf aus einem leicht verderblichen Nahrungsmittel ein immer verfügbarer und zugleich höchst umstrittener Rohstoff geworden ist.

Weitere Informationen zum Titel erhalten Sie hier.

"Hat das Zeug zum Standardwerk."
Neue Zürcher Zeitung

 


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Stickstoff - ein Element schreibt Weltgeschichte

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Er ist häufig und knapp zugleich: Mit jedem Atemzug gelangt er in unsere Lungen unddoch begrenzte er lange Zeit das pflanzliche Wachstum und hielt so die Zahl der Menschen auf niedrigem Niveau - Stickstoff. Es dauerte bis zum Vorabend des Ersten Weltkrieges, ehe sich die Menschheit aus der Stickstoff-Falle befreien konnte. Fritz Haber und Carl Bosch erfanden ein Verfahren, mit dessen Hilfe der Stickstoff der Luft gebunden werden konnte, und brachten damit den künstlichen Dünger in die Welt. Was als Siegeszug begann, endete Jahre später allerdings in einer wahren Stickstoffflut, die bis heute Gewässer umkippen lässt, den Klimawandel befeuert und in Form von Nitrat im Trinkwasser auftaucht.

Das neueste Buch der Stoffgeschichten-Reihe gibt dem gleichermaßen unsichtbaren wie unterschätzten Element ein Gesicht, indem es seine Geschichte erzählt und die Probleme für die Umwelt diskutiert, die Stickstoff heute mit sich bringt.

Weitere Informationen zum Titel erhalten Sie hier.

Eine aktuelle Besprechung des Stickstoffbuches in der WDR-Sendung Leonardo finden Sie hier.

"Sehr lesenswert!"
Thomas M. Klapötke, Angewandte Chemie

"Gerhard Ertl und Jens Soentgen halten ihr Versprechen: Wer das Werk liest, erfährt wirklich ein Stück Weltgeschichte."
Theresa Moebus, Spektrum der Wissenschaft

"Ein sehr lesenswertes, allgemeinverständliches Buch, in dem weder die Naturwissenschaften noch das Menschliche und der Humor zu kurz kommen."
Lucien F. Trueb in Naturwissenschaftliche Rundschau