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Matforum 04


Potentials and Risks of Nanoscale Materials
Universität Augsburg, 20. - 21.09.2004

Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) veranstaltete das Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg mit Unterstützung des Instituts für Physik, des World EnvironmentCenters, des VDI Technologiezentrums, Düsseldorf, und des Zentrums für Weiterbildung und Wissenstransfer der Universität Augsburg am 20./21. September 2004 die internationale Tagung MATFORUM 04-Potentials and Risksof NanoscaleMaterials. An der Konferenz nahmen 93 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik teil. Thema waren sowohl Potentiale als auch Risiken im Umgang mit nanoskopischenMaterialien und Technologien. Das aktuelle Konferenzthema und die Tatsache, dass die für Materialwissenschaften weltweit wichtigsten Vereinigungen, die „Materials Research Society“ (MRS) und die „European Materials Research Society“ (EMRS) sowie das „World EnvironmentCenter“ (WEC), eine Vereinigung von Umweltdirektoren international operierender Unternehmen, Mitorganisatoren waren, verlieh der Konferenz eine internationale Relevanz. Die Veranstaltung wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziell gefördert. Durch die Auswahl praxisnaherThemen (u. a. Aspekte der Arbeitssicherheit, der Messtechnik und Verfahren des Umweltmanagements) und die Beteiligung von Vortragenden aus der Wirtschaft sollten einerseits die Chancen eines Transfers der Resultate von der Forschung in die industrielle Praxis erhöht werden und andererseits die Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Produktion von Nanotechnologienund nanoskopischerMaterialien sowie die zukünftige Abschätzung und Erschließung entsprechender Potentiale unterstützt werden. Dabei wurden neben forschungs-und messrelevanten Themen wesentliche Akzente auf unternehmens-relevante Umweltthemen gesetzt. Das MATFORUM 04 war die Folgeveranstaltung des MATFORUMs02-A First Materials Science Forum on Future SustainableTechnologies, das vor zwei Jahren ebenfalls an der Universität Augsburg stattfand. Die Beiträge des MATFORUMs04 wurden u. a. auf der Grundlage der „Augsburg Materials Declaration“, die von den Teilnehmern des MATFORUMs02 verabschiedet wurde, hinsichtlich der zukünftigen Perspektiven einer nachhaltigen Forschung im Bereich der Nanomaterialienund -technologien behandelt.

Durch die Auswahl praxisnaher Themen (u. a. Aspekte der Arbeitssicherheit, der Messtechnik und Verfahren des Umweltmanagements) und die Beteiligung von Vortragenden aus der Wirtschaft sollten einerseits die Chancen eines Transfers der Resultate von der Forschung in die industrielle Praxis erhöht werden und andererseits die Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Produktion von Nanotechnologienund nanoskopischerMaterialien sowie die zukünftige Abschätzung und Erschließung entsprechender Potentiale unterstützt werden.

Die inhaltliche Programmgestaltung erfolgte in Rücksprache mit einem für die Tagung einberufenen Wissenschaftlichen Beratungsgremium, dessen Mitglieder sich aus Forschung und Praxis zusammensetzen. Um ein möglichst breites Publikum für die Veranstaltung sowohl aus der Forschung als auch der Praxis zu erreichen, wurde die Öffentlichkeitsarbeit kontinuierlich von allen Organisatoren durchgeführt. Als Ergebnis der Tagung wurden Schwerpunktfelder identifiziert, die zukünftig besondere Chancen aber auch Risiken im Umgang mit Nanomaterialien und -technologien beinhalten. Dabei haben sich im Rahmen eines zukünftigen Umgangs mit nanoskaligen Materialien und Technologien folgende Bereiche als wichtige Aufgabenfelder herauskristallisiert:

  • Es bestehen noch erhebliche Defizite im Nachweis von nanoskaligen Materialien und Partikeln wie etwa am Arbeitsplatz. Entsprechende Messtechniken sind ein wichtiges Desiderat.

  • Die Pfade, auf denen sich nanoskalige Partikel in der Umwelt verbreiten können, müssen genauer charakterisiert werden.

  • Auch die Pfade, auf denen nanoskaligePartikel in den Körper gelangen können (Lunge, Haut), bedürfen noch einer eingehenden Charakterisierung.

  • Eine sehr uneinheitliche Terminologie erschwert die Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Studien. Worte wie „nanoskaligeMaterialien“, „Nanotechnologie“, „Nanopartikel“ usw. müssen möglichst bald international einheitlich normiert werden.

  • Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen bewusst und unbewusst hergestellten bzw. verursachten Nanomaterialien und damit der Abschätzung von entsprechenden Risikopotentialen; beide Aspekte müssen zukünftig stärker berücksichtigt werden.

  • Der Dialog und die Kommunikation von Funktionsrisiken und potentiellen Eigenschaften von Nanomaterialien und -technologien zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft undPolitik müssen weiter gefördert werden.

Im Anschluss an das MATFORUM 04 veranstaltete das Europabüro desWEC am 22.09.2004 mit den WEC-Mitgliederneine Gesprächsrunde zum Thema „Nanotechnology and Green Chemistry for Sustainable Production“. Im Rahmen der Veranstaltung wurden im Bereich der Thematik „Nanotechnology“ die wesentlichen Inhalte des MATFORUMs und deren Bedeutung für die betroffenen Unternehmen durch deren Umweltdirektoren nochmals aufgearbeitet.Unter Mitwirkung eingeladener Referenten des MATFORUMs wurden vor allem die umsetzungsrelevanten Themen und mögliche Impulse für die Forschungs-und Entwicklungsabteilungen der einzelnen Unternehmen diskutiert. Dabei standen vor allem der Transfer und die Umsetzung der Empfehlungen des MATFORUMsin die Wirtschaft im Vordergrund.

Weitere Informationen:
Dr. Simon Meißner, Prof. Dr. Armin Reller, Dr. Jens Soentgen