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Elektrosmog


Durch elektromagnetische Abstrahlung aller Art entsteht in der Umgebung des Menschen eine Überlagerung von elektromagnetischen Feldern, die als Elektrosmog bezeichnet wird. Der Begriff »Elektrosmog« ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus dem englischen »smoke« für Rauch und »fog« für Nebel und soll damit den umweltbelastenden Faktor der künstlich erzeugten Felder herausstellen. Fachleute fassen das gesamte Gebiet der nicht-ionisierenden Strahlung unter den Begriffen »EMF« (Elektro-Magnetisches Feld) oder EMVU (Elektromagnetische Verträglichkeit mit der Umwelt) zusammen.

Die zunehmende Technisierung unseres Lebensumfeldes hat dazu geführt, dass elektromagnetische Felder allgegenwärtig sind. Allerdings wäre hier gleich zu erinnern, dass es nicht nur technische Quellen solcher Felder gibt, sondern auch natürliche, wie die Sonne. Technische Quellen sind zum Beispiel: häusliche Stromleitungen über Hochfrequenzquellen wie Radio- und Rundfunksender oder Mobilfunkanlagen bis hin zu sichtbarem und ultraviolettem Licht. Durch Elektrosmog können sich nicht nur elektrische Geräte gegenseitig stören, er wirkt auch auf den menschlichen Körper. Der Organismus reagiert auf die elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder um sich herum, wobei die biologischen Wirkungen von deren Art, Frequenz und Stärke abhängen. Eine deutliche Mehrbelastung ist durch den Handyboom zu verzeichnen. Jeder deutsche Haushalt verfügt heute über mindestens ein Handy. Anfang 2001 hat die Zahl der Mobilfunkverträge erstmals die Zahl der Festnetzanschlüsse übertroffen; heute gibt es über 60 Millionen Mobilfunknutzer in Deutschland.

Um die Versorgung dieser stark wachsenden Zahl an Nutzern sicherstellen zu können, müssen die Anbieter ein immer dichter werdendes Netz von vielen tausend Mobilfunksendeanlagen flächendeckend ausbauen.

Nicht zuletzt durch die neue UMTS-Technologie und den damit verbundenen Bedarf an etwa 40.000 neuen Basisstationen allein in Deutschland ist in den letzten Monaten eine breite öffentliche Diskussion entbrannt. Hauptangriffspunkte sind dabei nicht in erster Linie die mobilen Endgeräte (Handys), sondern die Basisstationen. Im Landschaftsbild fällt diese Zunahme an Mobilfunkmasten deutlich auf. Dadurch werden immer häufiger Fragen über die Größe der elektromagnetischen Felder in der Umgebung von Sendeanlagen gestellt. Die professionelle Messung solcher Felder ist mit dem EMVU-Meßsystem des Wissenschaftszentrums Umwelt möglich. Es ist für die Langzeiterfassung hochfrequenter elektromagnetischer Felder ausgelegt. Zweck dieser Messung ist die Beobachtung der zeitlichen Veränderung hochfrequenter Immissionen durch Funksendeanlagen und die prozentuale Verteilung dieser Immissionen auf die verschiedenen Funkdienste.Wir beschäftigen uns in erster Linie mit der Frage, welchen Feldstärken im Bereich der Hochfrequenz der Mensch in seinem Umfeld ausgesetzt ist.

Zur Erfüllung der gestellten Anforderungen wurde ein Messsystem neu entwickelt und weiter verbessert, insbesondere auf dem Gebiet automatisierter Messsequenzen/Software. Darüber hinaus führen wir begleitende Untersuchungen zu Fragen der Messtechnik, Reproduzierbarkeit und Variabilität der EMF durch. Das System eignet sich für kürzere Erfassungen an einem Ort (z.B. 24 Stunden), um auslastungsabhängige Schwankungen dokumentieren zu können. Neben der Summenimmission ist auch eine Aufgliederung nach Frequenz bzw. Verursacher (Funkdienst) möglich - und auch längerfristige Erfassungen an einem Ort (Tage, Wochen, Monate) können durchgeführt werden. So erhält man zuverlässige Daten, die es gestatten, die oft recht emotional geführten Diskussionen um die vermeintlichen und wirklichen Gefahren des sogenannten Elektrosmogs zu versachlichen.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Alois Loidl
alois.loidl@physik.uni-augsburg.de
http://www.physik.uni-augsburg.de/exp5/esmog/index.html